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buhu

und es war alles so schön. zwei mädels fürs kinderheim, simona aus litauen für die altenpflegestation, mein nachfolger der nette johannes aus dem schönen kölner land. schon handtücher gekauft und überlegt, welche discos man weiterempfehlen kann. schon angefangen, die arbeitstherapie aufzuschlüsseln und tipps für alles und jeden zu geben .. schon auf die einführungswoche gefreut, neue JEVs begrüßen ...
und jetzt das: die zwei mädels abgesagt, johannes aus persönlichen gründen doch keine psychisch kranken, simona nach berlin verlegt ... und unsere wohnung? und wie jetzt? nächstes jahr keine JEVs in augsburg? aaaaaaaah
ich bin ganz fertig. mein chef steht völlig unter schock. wir wissen gar nicht, was wir tun sollen. ohne JEV muss ja jemand anderes, de auch keine zeit hat, meinen job übernehmen ... da bleibt noch weniger zeit für die leute ... hach, und es war alles so schön. war ja klar. murphys gesetz.
tut mir leid, leute, das kann ich jetzt wirklich nicht lustig schreiben.
buhu

1 Kommentar 21.8.07 16:33, kommentieren

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allein im kino

diese woche war ich ein wenig allein. ja, allein. einsam, einzig, ohne gesellschaft. ohne komm ... ohne community. nur ich mit mir selbst. (abgesehen von ein meinem job, bei dem ich nun ganz und gar nicht allein und schweigsam bin).
auch mal ganz schön. ich kann mich ganz gut selbst beschäftigen, kein problem.eine 130 m²-wohnung nur für mich. in ruhe frühstücken, keiner, der mir mein bad streitig macht, niemand, der eine antwort auf seine fragen haben will, einkaufen ganz nach belieben. zeit für mich, zeit für bücher, zeit fürs staubsaugen, zeit für laute musik, zeit zum nachdenken.
und dann wollte ich mir mal wieder so richtig nen film gönnen. ab ins kino!
steh ich an der kasse, vor mir ne lange schlange. „zwei karten bitte, und ein bier und ne cola!“ „drei karten, hihi, und fettarme chips“ „neun karten, der rest kommt noch, könnten sie plätze frei halten?“
dann ich „ein karte bitte“. der mann schaut auf. tut nichts. Also nochmal: „eine karte für den film bitte“. schaut um mich herum. niemand zu sehen, der an mir hängt. er wartet. seh ich aus wie unter 12? hab ich ne komische mütze auf? er fragt nach: „nur eine karte?“ „jaha“, ich, schon reichlich genervt.
dann kommts: „sie sind einzeln?“
Ja, mensch. seh ich aus, als hätt ich zwei köpfe? natürlich bin ich einzeln, was dagegen!? ist das denn so unnormal? fehlt noch, dass er fragt „haben sie keine freunde?“
wenigstens bin ich keiner von denen, die sich treffen um zum quatschen ins kino zu gehen. wenigstens bin ich keiner von denen, die sich giggelnd um ne tüte popcorn streiten. Ich glaub, ich wird alt – ich geh allein ins kino!
wenigstens darf ich befriedigt zusehen, wie all die zweier-, dreier- und neuner-grüppchen sich im überfüllten kino aufteilen müssen, weil die kontaktscheuen schwaben einfach nicht zusammenrücken. denn ich bin einzeln. hurra!
(wir sind alle individuen, nur er nicht ...)

19.8.07 18:27, kommentieren

warum ich hp7 nicht kaufe ... oder vielleicht doch?

Mit erschrecken musste ich feststellen, dass zu zeiten des potter-booms um die herauskunft des siebten teils auch ich beinahe der versuchung erlegen bin, dieses wunderwerk zu erwerben um es stolz in meinem bereits arg überlasteten bücherregal zu platzieren. Was mich in allerletzter minute davon abgehalten hat, war die ersichtlich enorme belastung meines budgets, denn als klare folgerung wäre ich danach auch um den erwerb der ersten sechs bände nicht herumgekommen, was ich bisher jedesmal aus selbigen gründen vermieden hatte. Denn ein einzelnes werk einer reihe lässt man nicht isoliert im schrank stehen, nein, da wird gezielt dazugekauft, geschenkt und mit ungeduld das erscheinen des nächsten teils erwartet.
Aber warum ist das so?
Ist es die sammlerleidenschaft, der wunsch nach vollständigkeit, der erfüllung und dem sinn des lebens? Oder das begehren., mehr zu besitzen als andere? Der ehrgeiz, besser zu sein, andere zu übertrumpfen, die „nur!“ den ersten band besitzen oder – um himmels willen - nur die taschenbuchausgaben ...
Oder ist es etwa eine frage der ästhetik, der stolze blick des eigentümers und der bewundernde des betrachters, wenn eine makellose reihe zueinander passender einbände die oberste reihe des wohnzimmerschranks füllt?
Geschieht es aus demselben grund, aus dem sich die menschen auch für das puzzeln begeistern? Das zusammenfügen dessen, was zusammengehört, das füllen der lücken ... ist es die anmaßung, gott ein wenig näher zu kommen, denn auch vom Höchsten behauptet man gerne, er hätte „es gefügt“... ? Ist der mensch im grunde gut, nicht, wie das Alte Testament sagt, „böse von jugend an“; und strebt er danach, zu erschaffen, nicht zu zerstören, zu bauen, nicht abzureißen?
Die verlage wissen schon, was sie tun, wenn sie dicke schinken in schmale büchlein zum doppelten preis teilen.
Natürlich soll es auch vorgekommen sein, dass man die fortsetzung erwirbt, weil man so gerne liest und wissen möchte wie es weitergeht. Klingonisch, ...

17.8.07 14:39, kommentieren

*gg*

tja, die augsburger tun wirklich viel für ihr stadtbild. überall fette blumentöpfe mit 1,20 durchmesser, grünflächen, umsonst-karten für FCA-heimspiele und den hofgarten mit sonnengarantie und büchertausch schrank nicht zu vergessen, aber das hier ist ja wohl das beste ...^^

1 Kommentar 8.7.07 17:41, kommentieren

in ulm und um ulm und um ulm herum

Uuuund resa war in ulm. (versucht mal, dreimal ganz schnell hintereinander „in ulm und um ulm und um ulm herum“ zu sagen ;-)) ich schätze, dieser tag war teil meiner wichtige-bayerische-städte-tour, weil ich ja vielleicht-wahrschenlich nicht so schnell wieder in dieses schönste nachbarland deutschlands komme. Dabei muss ich mich jetzt mal wieder aus einem geografischen fettnäpfchen ziehen. Entgegen aller unterstellungen weiß ich inzwischen natürlich, dass ulm in baden-würtemberg liegt und lediglich neu-ulm steuern ans bayrische paradies zahlt.
Natürlich musste das ulmer münster besichtigt werden, da es angeblich eins der höchsten ... ja was denn überhaupt? Ansonsten hat ulm eine sehr viel leerere fußgängerzone als münchen und bessere preise für bananenshakes, und natürlich findet man genau die gleichen konsumgüteranbietenden örtlichkeiten wie in allen städten, die etwas auf sich halten. So konnten wir als regionalspezifisches abendessen auch ein fischbrötchen von „nordsee“ (*schleichwerb *) zu uns nehmen. Jetzt kann ich von mir sagen, ich (bepackt aber ungestüm) sei in ulm (altehrwürdig) gewesen, an der donau (schmutzig-braun) entlangspaziert, von den brücken (begrünt) und häusern (gefachwerkt) – insbesondere vom rathaus (fassadenbemalt) – verzaubert gewesen; allerdings weiß ich immer noch nicht, wieviele einwohner ulm hat.^^
Leider muss ich vermelden, dass es keine gelben „ulm“-postkarten zu finden gab, die ich doch sonst immer anstatt einer baum-schnitzerei oder edding-schmiererei für den beweis meiner anwesenheit nehme.

1 Kommentar 7.7.07 14:12, kommentieren

junge gesellen

Als kühlem norddeutschen ist mir ja so mancher heißblütige hochzeitsbrauch abgegangen. Allerdings bin ich manchmal etwas froh darüber ...
Wenn man hierzulande auf eine truppe betrunkener, gröhlender männer mit identischen t-shirts (meist mit schlechtem foto eines kotzenden mitbürgers und dem zug „pauel, wir lieben dich, aber sie hat gewonnen“ drauf) trifft, dann ist bestimmt der nächste tag eine schnapszahl und alle welt als teil eines JUNGGESELLEN-abschieds unterwegs. Als wohlmeinender mensch verbringt man dann gerne mal eine stunde in gesellschaft von schwachsinnig-betexteten lied-vorführungen über 127 dezibel. Man trinlt ein bier mit, kippt nen kurzen, erkauft blumenvasen mit küsschen auf die nasenspitze. Man unterschreibt auch auf socken und zerschneidet hosen, sodass der glückliche bräutigam schließlich in shorts dasteht. Man will ja kein unmensch sein. Aber das blöde ist, wenn diese stunde auf eine bahnfahrt fällt, dass man zwar den platz wechseln (sinnlos), rumbrüllen (dito), aber sich nicht aus dem zug werfen kann, da in diesem zug der abwesende schaffner die schlüsselgewalt über die fenster hat.
Dabei ist zu beachten, dass die emanzipation uns auch in diesem punk gehörig weitergebracht hat, denn wenn man innerhalb eines tages von mehreren wilden mädchen-banden angeschrien wird, man solle doch bitte freiwillig 3 € spenden um in eine versiffte tüte greifen zu dürfen; diese enthält entweder einzelne bonbons, für den der preis völlig vermessen scheint, oder halbleere parfumprobetütchen – garantiert fürs andere geschlecht -; dann weiß man, dass es eigentlich junggesell/INNen-abschied heißen müsste.

7.7.07 14:11, kommentieren

münchen

Resa war auch in münchen! Surpriese! Nachdem nach zweimonatiger warterei die komm augsburg tatsächlich einen gemeinsamen freien tag gefunden hatte, machten wir uns - dem guten wetter der vergangenen tage getreu - in shorts und shirts auf die reise. Der erste punkt auf unserer sight-seeing-tour war dann auch logisch konsequent der h&m (und nach diskussion über kinderarbeit auch der newyorker), in dem wir uns mit dicken pullovern eindeckten. Warm angezogen durften wir dann kurze zeit später die sonne begrüßen, die doch noch ein plätzchen zwischen den vielen regenschauern fand und ein schwülwarmes klima verbreitete. Um jetzt mal vom wetter wegzukommen: wir besichtigten tatsächlich den dom, wenn auch nur von außen, denn wir erwischten zweimal die gottesdienstzeiten und konnten uns nicht überwinden, die andächtige kapellengroße gemeinde zu stören. Dann war da noch ein schloss (wieder von außen), das von einem großen park umrahmt war, in dem tatsächlich vier burgen versteckt worden waren. In bester kindergartenmanier fanden wir tatsächlich eine, verrieten den den anderen touristen aber natürlich nichts.
Dem deutschen museum entgingen wir knapp, denn 3 kurze stunden hätten wahrlich nicht mehr ausgereicht, stattdessen setzten wir uns gemütlich in ein überteuertes café, aßen dann noch eine pizza, hinterließen postkartengrüße an JEV (warum arbeiten die nich am wochenende?) und alle jesuiten in münchen, aßen noch ein eis und machten uns dann gesättigt wieder auf dem heimweg.
Alles in allem ist münchen vielleicht eine reise wert, aber ganz persönlich gesehen und unter uns: es ist scheiße-voll, die leute sind ziemlich unfreundlich, die cafés besetzt und man bekommt die hektik den ganzen tag nicht mehr weg.

1 Kommentar 7.7.07 14:10, kommentieren

kölle

Resa war in köln! Kölle alaaf! Hatte seit dem weltjugendtag fast schon wieder vergessen, wie lustig doch das kölsche volk ist! Natürlich war ich nicht völlig umsonst da, 4,5 stunden am tag hieß es „stand betreuen, leute ansprechen, von JEV erzählen, bonbons verteilen, werbung machen und eltern von der notwendigkeit eines sozialen einsatzes ihrer kinder überzeugen“. Danach (oder davor) hatten wir aber viel zeit, auch mal allein oder zu zweit über da messegelände zu streifen und den mark der möglichkeiten zu erforschen – oder auch mal ganz nach draußen, ab in die reale welt, sich durch gefühlte millionen menschen drängeln, eine bahn erwischen und ab zum programm!
Musikalisch weit gefächert kann ich besonders empfehlen: leute, macht gospel-workshops! Ein ganz besonderes feeling gabs beim schweden joakim arenius, eindrucksvolle ansagen, die, obwohl sie auf englisch waren, sogar vom altvolk verstanden wurden, gefühlvolle selbstgeschriebene gospelarrangements und jede menge spaß! Erstaunlich, wie in EINEM menschen soviel energie stecken kann.
Um mindestens die hälfte meiner besseren freunde neidisch zu machen, muss gesagt werden, dass 1. am Donnerstag das wahrscheinlich größte a-capella-konzert der welt mit ca 70.000 menschen statt fand, dass 2. die kölner und die protestanten mit den wise guys einen sehr ausgewählten musikgeschmack beweisen und dass 3. ich bei so einem event natürlich nicht fehlen durfte.
Mein liebster programmpunkt allerdings – für den ich auch sehr große opfer brachte, denn ich hab mich noch immer nicht ganz von dem sonnenbrand erholt – war das gerhard-schöne-kinderkonzert. Zwischen all den kleinen (und ihren gezwungenermaßen begeisterten eltern) zu sitzen und den beiden „ekligsten liedern der welt“ (Jule wäscht sich nie und Der Popel) zu lauschen, war doch ein recht erhebendes beziehungsweise „niederdrückendes“ weil in die kindheit zurückversetzendes gefühl. Und da hab ich natürlich als gutmensch auch meinen platz unterm sonnenschirm für die arme mutti mit dem kinderwagen geräumt und dafür 2 stunden in der prallen mittagssonnen ausgeharrt... und mir zur belohnung ein autogramm mit taube und stern geholt!^^
Alles in allem drängt sich mal wieder die erkenntnis auf, dass wir christen mit unseren „tagen“ uns ja doch erstaunlich ähnlich sind. Riesige menschenansammlungen beweisen einander, dass man nicht so ganz allein ist auf dieser welt. Hach – das hat doch allen wieder einmal gut getan, jetzt können wir wieder entspannt zurück in den diaspora-alltag gehen und uns so richtig als märtyrer – oder zumindest als gutmenschen – fühlen.
Sollte es für alle geben, finde ich. Warum nicht ein anti-nichtraucher-festival in regensburg, ein perlentaucher-im-gartenteich-community-treffen in lutherstadt wittenberge oder mal ein G8-gipfel in heiligendamm?
Außerdem habe ich noch gelernt, dass es blödsinn ist, ein „kleines kölsch“ zu bestellen; und dass man die „reagenzgläser“ oben anfasst, damit man sie unten zusammenstoßen kann. Haha.

7.7.07 14:10, kommentieren

abschieben? jawoll!

ja, ich lebe in einer stadt, in der es 25% migranten gibt. Ich lerne viele menschen kennen, die sagen, das wäre doch nicht in ordnung. Alle abschieben müsste man die, jawoll! Aber in der letzten zeit habe ich ein wenig mehr von jemandem erfahren, der als seelsorger zu menschen geht, die in ausländerhaft festgehalten werden.
Habt ihr gewusst, dass die meisten flüchtlinge, die nach deutschland kommen, in ihrem land zu den reichsten gehören und meist hoffnungsträger für ihre ganze familie, ihr ganzes dorf sind?
Habt ihr gewusst, dass manche in deutschland lebenden ausländer direkt auf ihrer botschaft inhaftiert werden, wenn sie ihren abgelaufenen pass ehrlich verlängern wollen? Dass dagegen viele illegale gar nicht verfolgt werden, weil niemand weiß, dass es sie gibt? Dass leute einfach abgeschoben werden können, auch wenn sie schon jahrelang in deutschland leben und ihre kinder hier zur schule gehen?
Habt ihr gewusst, dass kinder bis 14 jahre mit ihrer familie abgeschoben werden, auch wenn sie ihr heimatland nie zuvor gesehen haben?
Habt ihr gewusst, dass viele migranten vorstrafen über sozialbetrug in ihren akten haben, die entstanden, weil sie sich zu beginn ihres aufenthaltes noch nicht mit dem deutschen sozialsystem auskannten? Dass diese vorstrafen nie aus ihren akten getilgt werden und ein grund für die abschiebung sein können? Dass diese vorstrafen zum teil dafür verantwortlich sind, dass sie keinen job bekommen und dass ihnen ohne job noch schwerer eine aufenthaltserlaubnis ausgestellt wird? Habt ihr gewusst, dass, wenn sie einen kleinen hart erkämpften job beim arbeitsamt anmelden wollen, manchmal das amt einen deutschen hinschickt, der diesen job dann bekommt?
Habt ihr gewusst, dass man in deutschland – ich glaube – bis zu 18 monate in abschiebehaft festgehalten werden kann, bis feststeht, was weiter mit einem geschieht? Dass das in frankreich höchstens 12 tage geht und dass die franzosen das zu lang finden? Habt ihr gewusst, dass bei abzuschiebenden, die ein ehaftstrafe absitzen, die bearbeitung zur abschiebung erst nach der haftentlassung anfngt und sie so noch eine ganze weile länger im knast sitzen?
Habt ihr gewusst, dass abschiebrecht verwaltungsrecht ist und kein strafrecht? Dass abschiebehaft trotzdem freiheitsberaubung ist und dass die asylbewerber schon beim verdacht aufs untertauchen monatelang eingesperrt werden können? Dass die abschiebehaftbedingungen ähnlich denen des strafvollzugs sind, in bayern und sachsen zB sogar in der ehemaligen U-haft, der strengsten haft überhaupt. Dass einige menschen in abschiebehaft keine zukunftsperspekiven sehen, weil sie sich nicht trauen, als gescheitert nach hause zurückzukehren?
Und ich hoffe, jetzt wünscht niemand mehr „die sollte man doch alle abschieben!“ jawoll!

1 Kommentar 18.6.07 22:14, kommentieren

es sind nicht nur die optiker, die ständig nach kontakt linsen

yoa, ich weiß, man sollte nicht immer mit dem strom schwimmen, der mehrheit folgen, das tun, was alle machen, sein fähnchen in den wind halten, sich in die masse einfügen, konform gehen ...
leider habe ich mich doch nach vehementen aufforderungen und aus reiner neugier und nicht aus eitelkeit dazu hinreißen lassen, mal ganz vorsichtig, unauffällig und nur für kurz mal diese kleinen plastikscheibchen auszuprobieren, die überall sind und doch niemandem auffallen, höchstens beim "schau mir in die augen, kleines".
diese geheimnisvollen schöner-macher, sicht-verbesserer, wohlfühlgefühlvermittler sind ja heutzutage so verbreitet, dass es fast schon üblich ist, bei akut auftretender weil zeitungslesender sehschwäche zu fragen "kannst du mir kurz deine leihen?"
als junger mensch, der mit der zeit geht und sich wie alle anderen von seinem intelligenten aussehen distanzieren will, muss man ja solche trends aufgreifen, schon allein um die ständigen begleiter goldenes brillenkettchen und schwarz-grün-kariertes-brillenetui loszuwerden.
also tausch man sie ein gegen eine große flasche "linsenrein" und "aufbewahrungsflüssigkeit" sowie zwei kleine döschen mit der aufschrift "R" und "L", die auch im notfall mit den fingern zu ertasten ist. auf gehts!
gut, dass ich am fraglichen tag besuchliche unterstützung hatte, sonst hätte ich ihn wohl nicht überlebt.
aus dem bad dringt folgender disput:
"so, den spiegel hab ich, was steht aud der anleitung?" - "hast du etwa deinen brille schon abgenommen?" - "ja, verfammt, lies vor!" - "und was tätest du ohne mich?" - "ich find sie jedenfalls nicht mehr. scheiße, ich seh nichts" - "so, zuerst musst du üben, dein auge zu berühren" - "WAS?" "sonst schaffst dus nie" - "ich versuchs, argh, nein, ich kanns nicht, ich lass es. schmeiß die dinger weg ....... ich habs! ich haaaabs! ich habs geschafft!" - "ok, nächster schritt auspacken" - "hab ich, kein problem." - "auf die fingerspitze legen." - "warum wölbt sich das teil immer um? ist das jetzt links oder rechts, guck mal?" - "augenlider auseinander ziehen und über einen spiegel beugen" - "ich kann das nicht, willst du? nein? ich halt das nicht aus, ah, ah, ah, ah, ah, aaaaah ... das geht nicht, ich muss heulen" - "nochmal" ... "aaah. sies drin, guck mal .. nein doch nicht" - "da steht, wenn Sie verschwommen sehn, ist sie möglicherweise falschherum ... dann herausnehmen und .." - "ich nehm die doch nich mehr heraus, die bleibt jetzt ..buhuuuuu" ... usw ..

DANKE FRIEDERIKE

12.6.07 20:01, kommentieren