Meta





 
Weißt du, was ich von meinem ersten AA Treffen noch weiß? Wie sie gesagt haben, man muss alles erzählen, nicht nur Gott, sondern Gott und einem anderen Menschen.
("Der Bibliothekspolizist" Stephen King)

Einer der Trockner war durchgelaufen, und sie seufzte beim Blick auf die Wanduhr. Ein Penner ging zur Maschine und holte einen ausgefranzten Schlafsack und eine Jacke heraus.
Jetzt wurde es interessant. Seine Theorie wurde auf die Probe gestellt. Keine normale Frau würde nach einem Penner ihre Sachen in den Trockner stecken, und er wusste, wovon er sprach: Er hatte fast 15 Jahre Waschsalonerfahrung hinter sich.
Nicht das geringste Anzeichen dafür, dass sie zurückschreckte oder stockte, nicht der Ansatz einer Grimasse. Sie stand auf, lud in aller Eile ihre Kleider in die Maschine und fragte ihn, ob er Geld wechseln könne.
Dann kehrte sie an ihren Platz zurück und nahm ihr Buch wieder auf.
Er war ein wenig enttäuscht.
Perfekte Menschen waren etwas Grässliches ...
("Zusammen ist man weniger allein" A. Gavalda)

Das ist nicht weiter schwierig, wirklich. Ich gehe herum, den Notizblock in der Hand, und die Leute legen ihr Innerstes bloß. Sobald ich vor ihren Türen auftauche, erzählen sie mir ihre Lebensgeschichte, berichten von ihren kleinen Triumphen, ihrer versteckten Wut und ihren geheimen Versäumnissen. Normalerweise stecke ich den Notizblock weg, er ist ohnehin nur Show, und höre geduldig zu, bis sie alles gesagt haben. Der Rest ist einfach. Ich gehe nach Hause und tue, was ich seit zwanzig Jahren täglich getan habe, tippe alles, und sei es noch so unbedeutend.
(Edgar)

Was für eine vorzügliche Einrichtung, dass die Gedanken nicht als sichtbare Schrift über unsere Stirn laufen! Leicht würde jedes Beisammensein zum Mördertreffen. Oder wir lernten es, uns über uns selbst zu erheben, ohne Hass in die Zerrspiegel zu blicken, welche die anderen uns sind. Und ohne Trieb, die Spiegel zu zerschlagen. Dazu aber sind wir nicht gemacht.
(„Kein Ort. Nirgends.“ Christa Wolf)

Manchmal packt uns das Schicksal wie die Faust einen Türknauf. Natürlich können wir Widerstand leisten. Aber ein Knauf, der sich nicht drehen lassen will, eine Tür, die klemmt und ums Verrecken nicht nachgeben will, macht die Götter rasend vor Wut. Sie könnten sie eintreten.
("Völker dieser Welt, relaxt!" Tom Robbins)

Ich will Gott, ich will Poesie,
Ich will Gefahren, ich will Freiheit,
Ich will Tugend, ich will die Sünde.
(Aldous Huxley)

Meine Marotten hat sie in Kauf genommen und gehofft, dass ich irgendwann Vernunft annehme und ihren gequälten Arsch heirate. Aber wenn jemand so geduldig ist, muss man ihm dankbar sein, und dafür will man ihm irgendwann wehtun. Kannst du das nachvollziehen?
(„Die Frau des Zeitreisenden“)

"Könne Sie mir sagen, warum vor allem junge Männer so unglaublich scharf darauf sind, dass die ganze Welt in die Luft fliegt?" – "Es ist so was Ähnliches wie eine Erlösung," erklärte Switters fröhlich. "Eine Befreiung von der materiellen Welt. Im Unterbewusstsein haben die Menschen das Gefühl, von all den Gebäuden in unserem Kulturkreis und einer gnadenlosen Lawine von Konsumgütern erdrückt zu werden. Wenn sie mit ansehen, wie der ganze Mist in die Luft fliegt und respektlos zum Teufel gejagt wird, sind sie genauso erleichtert wie die alten Griechen beim Betrachten ihrer Tragödien, spüren die gleiche Ekstase psychischer Befreinung."
("Völker dieser Welt, relaxt!" Tom Robbins)

Möglicherweise war das das einzige mal, dass er sich mit jemandem auseinandersetzte, doch diese Auseinandersetzung gewann er – er ging nach Vietnam, wo er von einer der Giftschlangen, die es dort gibt, getötet wurde. Es war eine Kettenviper, und sie biss ihn, während er an einen Baum pinkelte; späteren Enthüllungen zu Folge stand dieser Baum vor einem Bordell, wo Harry darauf wartete, dass er an die Reihe kam. So war er eben; kein Draufgänger – trotzdem ist er draufgegangen.
("Owen Meany" John Irving)

Vieles im Leben ändert sich, mein Kind, und vieles bleibt so wie es ist.
(„Tartan und Schwert“)

Es heißt, die Aussicht, am Morgen gehängt zu werden, hilft dem Geist eines Mannes, sich zu konzentrieren. Leider konzentriert er sich unweigerlich darauf, dass es in einem Körper steckt, der am Morgen gehängt werden soll.
("Ab die Post" Terry Pratchett)

"Was unterscheidet den Menschen von den sogenannten niederen Tieren? Nun, soweit ich sehe, ist es exakt ein halbes Dutzend entscheidender Eigenschaften: Humor, Phantasie, Erotik, Spiritualität, Aufmüpfigkeit und ein Sinn für Ästhetik, die Wertschätzung von Schönheit um ihrer selbst willen."
(Völker dieser Welt, relaxt!" Tom Robbins)

Corky hatte Angst, ihr Sohn könnte Drogen nehmen. Schließlich schrieb er ihr einen Brief, in dem erklärte, dass er schwul ist: "Als ich das las, fühlte ich mich maßlos erleichetert. Das war das allererste Gefühl in mir – abgesehen von dem Gedanken: hier steht es schwarz auf weiß, und das gefällt mir nicht, also, o Gott, er ist es wirklich – aber gleichzeitig fühlte ich eben diese ungeheure Erleichterung. Er nimmt keine Drogen. Ach, er ist bloß schwul. Es war wunderbar. Ich war betroffen und jammerte immer nur, o Gott, o Gott, er kann doch nicht schwul sein. Aber er ist eben schwul, und basta. Das war es also, verdammt nochmal. Und es war aufregend.
("Wir lieben wen wir wollen" ?)

"Der Glaube eines Menschen hat sein eigenes Tempo", sagte Owen Meany. "Das Problem an der Kirche ist der Gottesdienst. Ein Gottesdienst wird für ein Massenpublikum abgehalten. Immer, wenn mir ein Lied zu gefallen beginnt, plumpsen alle auf die Knie zum Beten. Und was hat die blöde Predigt mit Gott zu tun? Wer weiß, was Gott von den aktuellen Ereignissen hält? Wer schert sich darum?"
("Owen Meany" John Irving)

Die Leute waren seltsam. Wer fünf Dollar stahl, war ein Dieb. wer tausende von Dollar stahl, war entweder eine Regierung oder ein Held.
("Ab die Post" Terry Pratchett)

"Ah, das erklärt alles", sagte Mr Fish. Was für eine Redewendung! Ich glaube nicht, dass heutzutage irgend etwas "alles erklären" kann.
("Owen Meany" John Irving)

Sauberkeit kommt gleich nach Göttlichkeit, war eine der Reife-Parolen, die Leigh-Cheri gläubig unterschreiben konnte – ohne sich mit der Überlegung aufzuhalten, dass, wenn im letzten Viertel des zwanzigsten Jahrhunderts Göttliches vor nichts Interessanterem als Sauberkeit rangiert, es vielleicht an der Zeit war, unsere Vorstellungen von Göttlichkeit neu zu überdenken.
("Buntspecht" Tom Robbins)

Für sie war der Sonntag ein Tag, an dem Gott seine wollenen Schlüpfer anbehielt.
("Buntspecht" Tom Robbins)

"Aber, meine Liebe, Sie sind so attraktiv und intelligent. Haben Sie kein Liebesleben?"
"Wer hat denn überhaupt noch ein Liebesleben? Heute haben die Menschen ein Sexleben, kein Liebesleben. Viele geben sogar den Sex auf. Ich habe kein Liebesleben, weil ich nie einem Mann begegnet bin, der wusste, wie man ein Liebesleben haben kann. Vielleicht weiß ich es auch nicht."
Und damit stürzten Tränen aus Leigh-Cheries Augen wie eine Horde von Amöbenbronkos, wenn sie beim biologischen Laborrodeo die Boxen verlassen.
("Buntspecht" Tom Robbins)

Sie versuchte zu entscheiden, ob sie Bernard während der Mittagspause einbuchten lassen sollte. Okay, er hatte sie vor der Sonne gerettet. Eine Prinzessin, die sich von Drachen retten lässt, btrauch kein Happy-End zu erwarten. Okay, seine überschwengliche Art verlieh ihm außerdem einen oberflächlichen Charme. Luzifer war der hübscheste Engel im Himmel, sagt man, und jeder Totenkopf trägt ein Grinsen zur Schau. Dieser Typ war gefährlich. Ihre Pflicht war klar. Die Frage war nur: Jetzt oder später.
("Buntspecht" Tom Robbins)

Beharrliche, unterwürfige Anbetung ist eine mächtigere List im Spiel der Liebe als rohe Gewalt. Ein kräftiger Mann kann eine Frau nicht zwingen, sich ihm zu überlassen, wohingegen der ständige Druck echter Bewunderung stets zur Niederlage führt.
Zuerst kommt die Entrüstung. „Wird er nie mit diesem Hundeblick aufhören?“ Dann kommt Mitleid. „Der Ärmste ist unsterblich in mich verliebt.“ Danach Ungeduld, ein wichtiger Bestandteil des Vorgangs. „Warum tut er nicht etwas, bevor wir beide vor Langeweile sterben?“ Danach Schuldgefühle. „Wie kann ich nur so grausam sein? er verlangt so wenig. Ein einziges Lächeln würde ihn einen ganzen Tag lang glücklich machen ...“
Schließlich lässt sich die Dame erweichen. Sie lächelt einladend. Er ist noch zu schüchtern, als mehr zu tun, als zu erröten und auf seine Füße zu starren. Nun ist sie entschlossen, ihn zu ermutigen. Sie blickt ihm kühn in die Augen. Er zittert. Sie ist gerührt. Wurde je eine Frau so angebetet? Schließlich legt sie seine Hand in die ihre. Sie drückt sie an die Brust. Sie gehört ihm. Glaub mir.
(Grazia die Rossi)